Warum im Winter mehr Menschen sterben
Die Wintermonate gelten traditionell als jene Zeit des Jahres, in der die Sterblichkeit deutlich steigt. Besonders im Jänner sind die Spalten mit Todesanzeigen oft voller als zu anderen Jahreszeiten.
Laut dem Internisten Lukas J. Motloch, Leiter der Inneren Medizin am Salzkammergut Klinikum in Vöcklabruck, liegt der Grund jedoch nicht allein an der Kälte.
Kälte belastet Herz und Kreislauf
Niedrige Temperaturen führen dazu, dass sich die Blutgefäße verengen und der Blutdruck steigt. Besonders Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind dadurch stärker gefährdet. Studien zeigen, dass die Sterblichkeit pro Grad Temperaturabfall um etwa ein bis zwei Prozent zunimmt.
Infektionen erhöhen das Risiko zusätzlich
Noch entscheidender als die Kälte sind jedoch Infektionskrankheiten im Winter. Vor allem die Influenza wird laut Motloch häufig unterschätzt. In der Woche nach einer Grippe ist das Risiko für einen Herzinfarkt bis zu sechsmal höher.
Impfungen können Leben retten
Studien zeigen, dass eine Grippeimpfung das Sterberisiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 30 Prozent senken kann, bei Herzpatienten sogar um bis zu 45 Prozent. Daher empfehlen Mediziner besonders älteren Menschen neben der Influenza-Impfung auch Impfungen gegen RSV und Pneumokokken.
Warum ältere Menschen stärker betroffen sind
Mit zunehmendem Alter funktionieren Organe zwar oft noch, haben jedoch weniger Reserven. Kommt eine Infektion hinzu, kann der Körper diese Belastung häufig nicht mehr ausreichend ausgleichen.
Vorsicht bei Sport im Winter
Auch sportliche Aktivitäten bei großer Kälte können für das Herz belastend sein. Besonders beim Eisbaden oder intensiven Wintersport sollten Menschen mit möglichen Herzproblemen vorher ärztlich abklären lassen, ob ihr Herz ausreichend belastbar ist.
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