COVID-19 und Herzgesundheit: Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System
COVID-19 betrifft nicht nur die Atemwege – das Virus kann auch das Herz und den Kreislauf erheblich belasten. Zahlreiche Studien zeigen, dass Patient:innen mit COVID-19 ein erhöhtes Risiko für akute Herzschäden, Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz haben. Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder koronaren Herzerkrankungen.
Kardiovaskuläre Risiken und Komplikationen
Zu den häufigsten kardiovaskulären Problemen bei COVID-19 gehören:
- Akuter Herzschaden (7–36 %)
- Herzrhythmusstörungen (5,9–16,7 %)
- Herzinsuffizienz (ca. 23 %)
- Schock (1–20 %)
- Koagulopathien (20–55 %)
- Myokarditis und Stresskardiomyopathie
Oft treten diese Komplikationen erst einige Tage nach Beginn der Symptome auf und können durch erhöhte Laborwerte wie Troponin, NT-proBNP oder D-Dimer nachgewiesen werden.
Wie COVID-19 das Herz beeinflusst
SARS-CoV-2 bindet an den ACE2-Rezeptor, der auch im Herzmuskel vorkommt. Dies kann die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems stören und thrombotische Ereignisse begünstigen.
Darüber hinaus spielt die Entzündungslast im Körper eine zentrale Rolle: Cytokinstürme, Stressreaktionen und eine verminderte Sauerstoffversorgung können Herzprobleme verstärken.
Auch Behandlungen wie Hydroxychloroquin oder antivirale Medikamente können das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen.
Wer ist besonders gefährdet?
Risikofaktoren für schwere kardiovaskuläre Komplikationen bei COVID-19:
- Höheres Alter
- Bluthochdruck und Diabetes
- Chronische Nierenerkrankungen
- Vorbestehende Herzkrankheiten oder Atherosklerose
- Übergewicht und Bewegungsmangel
Patient:innen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen benötigen daher besondere Aufmerksamkeit während und nach einer COVID-19-Infektion.
Fazit
COVID-19 kann das Herz erheblich belasten – sowohl direkt durch das Virus als auch indirekt durch Entzündung, Stress und Komplikationen. Eine interdisziplinäre Betreuung, kontinuierliches Monitoring und individuelle Nachsorge sind entscheidend, um Risiken zu minimieren und schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.
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